Fatboy Slim – Everybody Loves A Carnival

Brasilianische Klänge sind immer eine Aufforderung an die Hüften, quasi aus dem Stand in Bewegung zu kommen.

Cover Fatboy Slim - Everybody Loves A Carnival
Cover Fatboy Slim – Everybody Loves A Carnival

The Cube Guys und Analog People In A Digital World verwenden den Samba-Trick für ihren 2012er Remix des Klassikers „Everybody Loves A Carnival“. Das Original stammt von keinem geringeren als Fatboy Slim.

Brasilianische Klänge im Intro, sparsam gesetzte Wiederholungen im Break und ein überzeugendes „Cool-it-down“-Outro liefern einen hohen Wiedererkennungswert. In Kombination mit Big-Beats-Effekten aus Synthesizern und Drum-Computern wird ein mitreißender Dancefloor-Groove daraus.

Abgemischt, neu gemastered und Fremd-gemischt

Bei House-Songs gibt es häufig viel Spielraum, um den Song in musikalische Ober- und Unterkategorien einzuordnen. Bei Fatboy Slims „Everybody Loves A Carnival“ ist die Richtung unverkennbar: Big Beat und Latin House.

Bereits im Jahr 1997 wurde die erste Fassung auf Vinyl und CD gepresst. Seit 2006 ist eine neu gemasterte Version in Umlauf. Im gleichen Jahr erschien diese Fassung auf der CD „The Greatest Hits – Why Try Ha“.

Seit jeher interessieren sich Remixer für diese Sounds. Im März 2012 veröffentlichten The Cube Guys und Analog People In A Digital World einen Remix.

Das frisch abgemischte Werk entfernt sich nicht weit vom Original. Die musikalischen Strukturen dieser Version sind dem Original ähnlich genug, um das ursprüngliche Arrangement erkennen zu lassen. Die Vocal-Spur veränderten sie nur leicht, ohne prägnant neue Elemente. Damit bleibt der Remix vergleichsweise unscheinbar.

Das ausgedehnte Samba-Intro des Originals entfällt. Klar, damit wird der Song leichter für den DJ reinzumixen. Das Animations-Potenzial der afro-brasilianische Sounds wandert in den ersten Break. So bleibt die Botschaft „Karneval – Party – Lebensfreude“ erhalten.

Everybody Loves A Carnival,
Everybody Loves A Filter,
Everybody Needs Love

Carnival und Love sind klar, aber was bedeutet der Filter, der im Refrain zitiert wird? Ist Fatboy Slim ein Nikotin-Junkie oder bezeichnet der Filter lediglich das technische Arbeitsgerät?
Gut, lassen wir weitere Deutungsversuche, sonst überinterpretieren wir die Filter. Schließlich hat Fatboy Slim mit seinem künstlerischen Alias auch nichts gemein.

Ein musikalischer Widerspruch – Housemartins vs. Fatboy Slim

Seichter Pop. Damit began der Quentin Leo Cook seine musikalische Karriere. Mitte der 1980er Jahre spielte er Bass für die „Housemartins“. Die britische Formation lieferte einige Ohrwürmer ab, wie „(Every woman, every man, join the) Caravan of Love“.

Seit Beginn seiner Solokarriere im Jahr 1988 ist der ambitionierte Remixer meist unter dem Namen Fatboy Slim unterwegs, gelegentlich auch als Norman Cook oder Son of a Cheeky Boy.

Fatboy Slim prägte neben „The Chemical Brothers“ und „The Prodigy“ maßgeblich die Stilrichtung Big Beats, ab Mitte der 1990er Jahre. Mit zahlreichen House- und Dancefloor-Produktionen ebenso, wie mit einprägsamen Musik-Videos machte er sich über die House-Szene hinaus einen Namen.

Zu seinen größten Hits zählen „Right Here, Right Now“, „Praise You“ und „The Rockafeller Skank“, Titelsong des Simulations-Games FIFA 99.

Der House-Track „Everybody Loves A Carnival“ läuft mitunter sogar auf Hitradio-Stationen und zählt deshalb zu den bekannteren Songs von Quentin Leo Cook.

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